Die Mooreiche: Fundstück aus Uralter Zeit
Manche Fundstücke erzählen Geschichten – die Neuburger Mooreiche erzählt gleich mehrere Jahrtausende.
Der gewaltige Baumstamm, der heute im Garten des Rheinauenmuseums zu sehen ist, wurde bei Neuburg aus dem Rhein geborgen. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben ein erstaunliches Alter von rund 1.700 Jahren. Die Eiche wuchs somit bereits zur Zeit des Römischen Reiches und war längst abgestorben, bevor Neuburg erstmals urkundlich erwähnt wurde.
Mooreichen entstehen, wenn Eichenstämme über Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende unter Luftabschluss in feuchten Böden, Altrheinarmen oder Flussablagerungen lagern. Dabei verfärbt sich das Holz dunkel und wird außergewöhnlich widerstandsfähig. Jeder dieser Stämme ist ein einzigartiges Naturdenkmal und zugleich ein wertvolles Zeugnis der Landschaftsgeschichte des Rheins.
Die Neuburger Mooreiche erinnert eindrucksvoll daran, wie eng die Geschichte des Ortes mit dem Rhein verbunden ist. Der Fluss hat nicht nur das Leben der Menschen geprägt, sondern bewahrt bis heute Spuren längst vergangener Zeiten.
Ein Teil dieser besonderen Eiche hat sogar einen festen Platz in der Protestantischen Kirche gefunden: Aus dem jahrtausendealten Holz wurde der Taufaltar gefertigt. So verbindet die Mooreiche auf einzigartige Weise Naturgeschichte, Ortsgeschichte und gelebte Tradition.
Wer den Museumsgarten besucht, steht damit vor einem der ältesten Zeugen der Neuburger Geschichte – einem Baum, der bereits viele Jahrhunderte alt war, als die ersten Menschen hier am Rhein ihre Spuren hinterließen.